Projekt Grenzgänger


Unsere Zwei-Mann-Crew:
Freddy Kuhlmann und Michaela Thol

Wir träumen von weiten Ozeanen, sternenklaren Nächten und fernen Ländern. Wir träumen von einem schnellen und stabilen Boot. Wir träumen von einfacher Handhabung bei kleinster Crew. Wir träumen von einem Trimaran.

Unser Prototyp: PoC - Proof of Concept
Jungfernfahrt am 27.7.2017 in Kerteminde
Bauzeit: knapp 2 Jahre



Unser aktuellster Blog-Eintrag:

97. Das Video zum Falltest

Moin,

hier folgt nun das dritte und vorerst letzte Video unserer Materialtests: der Falltest.

 

Auszug aus dem Artikel:

 

Diese Versuchsreihe kostet uns ein ganzes Wochenende. Und da der Aufbau etwas aufwendiger ist und wir uns vorstellen können, dass es auch Spaß machen wird, überlegen wir uns, auch noch andere Materialien zu zerdeppern. Wir bereiten folgende Zuschnitte vor:

  • Dreischicht-Fichtensperrholz, 19mm
  • OSB-Platte, 14mm
  • Birke Multiplex, 11 Lagen, 15mm
  • Bootsbau-Sperrholz, 9mm und 12mm, laminiert mit einer Lage 200g Glasgewebe (Köperbindung)
  • Sandwich-Rippen-Platte, 30mm

Als Fallgewicht fertigen wir einen rund Zuschnitt aus Stahl:

10kg, Durchmesser 10cm mit einem angedrehten Kegelstumpf auf Durchmesser 5cm im 60°Winkel

 

Als Fallhöhe entscheiden wir uns für 3 Meter, was einer Fallgeschwindigkeit von 7,7 m/s (etwa 15kn) entspricht.

 

Der Versuchsaufbau sieht so aus, dass wir ein KG-Rohr mit einer Länge von 3 Metern zusammenstecken und an einem Gabelstaplerarm aufliegen lassen. Mit einem zweiten Gabelstapler bringe ich Freddy auf „Einwurfhöhe“. Nicht berücksichtigt wird der Luftwiderstand und eventuelle Berührung mit der Rohrwand, was zu einer Abbremsung führen könnte.

 

Die Versuchsplatten liegen hohl auf den Seitenwänden einer Holzkiste auf. Die Holzkiste selbst füllen wir anfangs mit XPE-Weichschaum-Abschnittresten, damit bei einem Durchschlag das Gewicht aufgefangen werden kann. Bei einem ersten Versuch lässt Freddy das 10kg Gewicht aus etwa einem Meter Höhe in die Kiste fallen. Es federt in einem eleganten Bogen wieder heraus und mir fast gegen das Schienbein. Wir planen noch einmal um und füllen die Kiste stattdessen mit einem Formsand. Der nimmt die Energie gut auf und das Gewicht bleibt in der Kiste liegen (wir treffen aber leider nicht jedes Mal) … Zuletzt bauen wir zwei Kameras auf. Eine filmt in Zeitlupe und Nahaufnahme den Aufschlag, und ich selbst filme den kompletten Ablauf von weiter weg.

 

Zusammenfassend sind wir mehr als zufrieden mit den Ergebnissen unseres Sandwichmaterials. Tatsächlich sind die Schäden aus 3 Meter noch so überschaubar, dass wir entscheiden, auf 4,7 Meter zu erhöhen. Denn eigentlich ist es unser Ziel, die Platte zu zerstören. Aus 4,7 Meter Höhe erreicht das 10kg-Gewicht bereits eine Fallgeschwindigkeit von 9,6 m/s (umgerechnet ca. 20kn). Dieser letzte Einschlag hinterlässt deutliche Spuren mit Weißbruch und Delamination, aber keinen Schaden, der für einen Wassereinbruch sorgen würde. Freddys Kommentar hierzu: „Wir haben viel zu stabil gebaut“. Ich bekomme kurz Panik, dass er den Bau noch einmal neu starten möchte. Noch einen Mittelrumpf würde ich mental glaube ich nicht aushalten. Aber wir entscheiden uns nicht zuletzt aufgrund dieser Veranschaulichung dazu, unseren Cockpitboden auch in der Sandwichbauweise zu bauen. Kurzzeitig hatten wir mit Sperrholz geliebäugelt, um etwas Zeit zu gewinnen.