Gedanken zum A-Mast

Warum ein A-Mast?

Wir werden immer wieder gefragt, warum wir das A-Mast-Konzept gewählt haben. Ja, warum eigentlich... oder eher warum eigentlich nicht? Das Konzept des A-Masts hat diverse Vorteile, die uns wichtig sind.

 

Die Vorteile eines A-Masts

 

  • Segeltechnik

Die Segeltechnik ist einfacher.

Wir können das Großsegel wie ein Vorsegel aufrollen und erreichen dadurch eine sehr einfache Handhabung beim Setzen und Bergen. Es ist wichtig, dass wir auch jeder allein die Segel auf dem großen Trimaran gehändelt bekommen und da macht die Rollvorrichtung unserer Meinung nach sehr viel Sinn. Da Freddy die Segel selbst näht, kommt uns die einfachere Konzeption eines Vorsegels zudem sehr entgegen.

 

  • Sicherheit

Wir haben keinen Großbaum, der durch das Cockpit fegt und uns verletzen könnte.

 

  • Aerodynamik

Aerodynamisch haben Segel, die an einem mittig platzierten Großmast gefahren werden, das Problem, dass der Mast das Segel vom Wind beschattet. Ein Teil der Auftriebsfläche des Segels wird so nicht genutzt. Bei einem fliegend gesegelten Segel, wie wir es mit dem A-Mast tun, ist das nicht so. Wir haben nur das Vorstag, bzw. die Vorliek, an der wir das Segel strecken. Die Vorderkante des Segels ist so immer direkt im Wind ohne störenden Mast.

Um das Problem der Abschattung bei normalen Masten in den Griff zu bekommen, werden profilierte und drehbare Masten eingesetzt, die aber kompliziert, störanfällig und teuer sind.

 

  • Stabilität

Der A-Mast muss nur nach vorn und hinten verstagt werden. Der gesamte seitliche Segeldruck wird direkt über den Mast in den Mastfuß und so direkt in die Seitenschwimmer geleitet und durch den Lateralplan in Vorschub umgewandelt. Bei Mehrrumpfbooten muss das Rigg sowieso deutlich stabiler ausgelegt werden, da das Boot bei Windböen nicht durch Krängung ausweichen kann. Also macht ein A-Mast auf einem Multihull noch mehr Sinn als auf einem Einrümpfer.

 

Natürlich gibt es auch Nachteile

  • Zusätzliches Gewicht

Wir setzen zwei Mastprofile ein, die aus Kohlefaser gewickelt sind, um das Gewicht so weit wie möglich zu reduzieren.

 

  • Genua

Eine Genua kann nur sehr begrenzt gesegelt werden. Durch die Saling ist eine Überlappung der Segel nicht möglich. Außerhalb der Masten ergibt sich kein ausreichend guter Winkel zum Wind.

 

Ein weiterer Nachteil ist, dass wir keine gelatteten Segel verwenden können. Das hat weniger mit dem A-Mast zu tun, sondern mit dem von uns favorisierten Rollmechanismus.

 

Erste Erfahrungen

All diese Punkte haben uns dazu gebracht, unseren PoC mit einem A-Mast auszurüsten, Experimente zu machen und Erfahrungen zu sammeln.

 

Erste Erfahrungen haben wir schon gemacht.

 

  • Durch die Seitenstabilität lässt sich der A-Mast sehr einfach stellen und legen.
  • Außerdem haben wir bereits herausgefunden, dass wir an der Vorliek der Segel keinen Bauch einarbeiten dürfen. Das liegt daran, dass sich die Vorliek unter Winddruck von selbst etwas ausbaucht. Den ursprünglich einkonstruierten Bauch im Segel haben wir daraufhin wieder entfernt.

Weitere Erfahrungsberichte werden folgen.